Kurkuma: Traditionelle Anwendung und Forschung

Kurkuma
Bild: Herusutimbul / Wikimedia Commons

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Die Geschichte des goldenen Gewuerzes

Kurkuma (Curcuma longa) wird seit ueber 4.000 Jahren in der ayurvedischen und traditionell chinesischen Medizin eingesetzt. In Indien gilt es als eines der wichtigsten Gewuerze sowohl in der Kueche als auch in der traditionellen Heilkunst. Die WHO erkennt in ihrer Traditional Medicine Strategy Kurkuma als traditionelles Heilmittel an, das in vielen Kulturen eine lange Anwendungsgeschichte hat.

Das goldgelbe Rhizom gehoert zur Familie der Ingwergewaechse und enthaelt als Hauptwirkstoff Curcumin — den Stoff, der sowohl fuer die Farbe als auch fuer die traditionell zugeschriebenen Eigenschaften verantwortlich ist.

Traditionelle Anwendungsgebiete

In der ayurvedischen Medizin wird Kurkuma traditionell angewendet bei Verdauungsbeschwerden, zur Unterstuetzung der Leberfunktion und als entzuendungsmodulierendes Mittel. Die Gesellschaft fuer Phytotherapie beschreibt Kurkuma als traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Linderung von Verdauungsstoerungen.

In der Traditionellen Europaeischen Medizin (TEM) wird Kurkuma als sogenanntes "waermendes" Gewuerz eingestuft, das die Verdauungssaefte anregen soll. Erfahrungsberichte aus der Naturheilkunde deuten darauf hin, dass regelmaessiger Kurkuma-Konsum das allgemeine Wohlbefinden unterstuetzen kann.

Eine weit verbreitete Anwendung ist die sogenannte "Goldene Milch" — ein Getraenk aus warmer Pflanzenmilch mit Kurkuma, schwarzem Pfeffer und etwas Oel. Der schwarze Pfeffer ist dabei nicht zufaellig: Das darin enthaltene Piperin erhoet die Bioverfuegbarkeit von Curcumin laut Studien um das bis zu 20-fache.

Was sagt die Forschung?

Die Carstens-Stiftung, Deutschlands groesste Stiftung fuer Naturheilkunde und Komplementaermedizin, hat zahlreiche Studien zu Curcumin ausgewertet. Die Datenlage zeigt: In Laborversuchen (in vitro) zeigt Curcumin interessante entzuendungsmodulierende und antioxidative Eigenschaften. Die Uebertragbarkeit auf den menschlichen Koerper ist jedoch komplex.

Ein systematischer Cochrane Review zur Anwendung von Curcumin bei entzuendlichen Darmerkrankungen kam zu dem Ergebnis, dass die bisherige Evidenz "vielversprechend aber unzureichend" sei und weitere grosse randomisierte Studien noetig seien.

PubMed listet ueber 15.000 wissenschaftliche Publikationen zu Curcumin — ein Hinweis auf das grosse Forschungsinteresse. Dabei ist zu beachten, dass viele Studien mit isoliertem Curcumin in hohen Dosen durchgefuehrt wurden, nicht mit dem Gewuerz Kurkuma in Kuchendosen.

Bioverfuegbarkeit: Das Hauptproblem

Die groesste Herausforderung bei Curcumin ist die geringe Bioverfuegbarkeit. Der Koerper nimmt den Stoff nur schlecht auf und baut ihn schnell wieder ab. Verschiedene Ansaetze versuchen dies zu verbessern: Kombination mit Piperin (schwarzer Pfeffer), liposomale Formulierungen, oder Einnahme zusammen mit Fetten.

Die DGE (Deutsche Gesellschaft fuer Ernaehrung) hat keine spezifische Empfehlung fuer Curcumin-Nahrungsergaenzungsmittel ausgesprochen, weist aber darauf hin, dass Kurkuma als Gewuerz in ueblichen Mengen unbedenklich ist.

Qualitaet und Dosierung

Wer Kurkuma in der Kueche verwendet, kann von der Erfahrungsmedizin profitieren, ohne Risiken einzugehen. Bei Nahrungsergaenzungsmitteln mit hochdosiertem Curcumin empfehlen Experten, auf Qualitaetssiegel und transparente Herkunft zu achten.

Die Europaeische Behoerde fuer Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat eine akzeptable taegliche Aufnahmemenge (ADI) von 3 mg Curcumin pro Kilogramm Koerpergewicht festgelegt — bei einem 70-kg-Erwachsenen also etwa 210 mg reines Curcumin pro Tag.

Fazit

Kurkuma ist ein faszinierendes Gewuerz mit einer jahrtausendealten Anwendungstradition. Die moderne Forschung untersucht aktiv die Eigenschaften von Curcumin, wobei die Ergebnisse bisher vielversprechend aber nicht abschliessend sind. Als Gewuerz in der taeglichen Ernaehrung ist Kurkuma eine bereichernde und unbedenkliche Zutat.

Quellen

  • Carstens-Stiftung (Naturheilkunde & Komplementaermedizin)
  • Gesellschaft fuer Phytotherapie (Pflanzenheilkunde)
  • PubMed (peer-reviewed Literatur)
  • Cochrane Reviews (systematische Uebersichten)
  • WHO Traditional Medicine Strategy
  • Deutsche Gesellschaft fuer Ernaehrung (DGE)
  • Traditionelle Europaeische Medizin (TEM)

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